1. November 2018

Trockene Themen lernen

Die Überschrift zu meinem Artikel hat Dich offenbar angezogen. Steckst Du mit einem Thema fest, weil Du einfach nicht mit ihm warm wirst?

Welche Gedanken gehen Dir wohl durch den Kopf? Lass mich raten:

Meine Güte, ist das trocken!“
Noch abstrakter geht‘s einfach nicht.
Das brauche ich nie wieder.

Das Thema hat nichts mit Deinem Leben zu tun. Von Inspiration wollen wir gar nicht erst reden. Du magst es nicht. Dir fehlt der Zugang.

Deine Ablehnung mündet in eine Lernblockade

Mit dem Gefühl von Widerwillen verbindet sich in den meisten Fällen Unsicherheit und Überforderung. Dein Gehirn wittert Gefahr und macht prompt dicht. Nichts geht mehr hinein. Du befindest Dich inmitten einer ausgewachsenen Lernblockade.

Um diese aufzulösen, brauchst Du einen neuen Zugang – einen, der von Offenheit und Neugier getragen ist. Nur so wirst Du wieder Lust am Lernen gewinnen. Dazu habe ich einige Ideen für Dich.

Fünf Ideen für eine neue Einstellung zu trockenen Themen

Nimm’s sportlich

Sofern Du ein sportlicher Typ bist, kennst Du solche Situationen aus der Vorbereitung zu Wettkämpfen: Frühmorgens aufzustehen und Bahnen im Schwimmbad zu ziehen, macht nicht immer Spaß. Auch Kraft- und Techniktraining kostet zuweilen Überwindung. Doch es lohnt sich: Der Triumph am Ende ist süß.

Mach Dir bewusst: Mit jeder Hürde, die Du nimmst, wächst Du über Dich hinaus. Gut möglich, dass Du das Thema in seiner reinen Form nie wieder nutzen wirst. Doch Du eignest Dir Denkmuster und innere Bilder an, die Deinen Horizont für immer erweitern. Nur Mut, Du gewinnst auf alle Fälle etwas.

Gib dem Fach eine Stimme

Falls Du das Kreativ-Spielerische liebst: Stelle Dir das trockene Fach als verstaubte, verknotete, armselige Kreatur vor. Vielleicht tust Du das ohnehin schon. Jetzt ändere den Blickwinkel und übe Dich in Mitgefühl: das arme Wesen! Es kann doch nichts dafür, dass es so hässlich ist. Seine Schöpfer haben es so gemacht. Es tut, was es kann, und keiner mag es!

Du hast gut lachen! Verhilf dem armen Ding lieber zu mehr Farbe und Leben. Lass es sprechen: Bei welchen Gelegenheiten verhilft es Menschen zu ihrem Recht? Was würde passieren, wenn es von jetzt auf gleich vom Erdboden verschwinden würde? Was hat man ihm angetan, dass es so grau daher kommt?

Hilf Deinem armen Fach, sich zu entknoten, und finde einen freundschaftlichen Zugang.

Gib Euch beiden Zeit

Die große Liebe beginnt zuweilen sehr bescheiden. Lass Euch Zeit und beginne mit einfachen Fragen, so als würdest Du mit einem Kollegen Konversation machen: Woher kommt das Fach? Mit welchen Methoden arbeitet es? Wo findet es seinen Einsatz?

Versuche herauszufinden, von welchem Geist das Fach getragen ist. Welche Sprache findet es dafür? Wenn es Dir noch immer unsympathisch ist, bedenke: Finde dennoch Seiten, die Du respektieren kannst. Ist es Dir möglich, Sichtweisen als denkbar zu akzeptieren, auch wenn Du sie nicht teilst? Worin liegt doch noch das Gute? In welchen Fällen würdest Du genau hier Hilfe suchen?

Glaube an Dich

Manche Wege sind mühsamer als andere und brauchen mehr Zeit. Stelle Dir vor, Du müsstest einen Berg in den Schweizer Alpen besteigen. Gehe Schritt für Schritt. Immer einen nach dem anderen.

Erlaube Dir beim Lernen ebenso kleine Einheiten. Drehe und wende jeden Paragrafen oder Gedanken. Zu Beginn hast Du das Gefühl, überhaupt nicht von der Stelle zu kommen. Doch das stimmt nicht: Dein Gehirn stellt sich auf das Thema ein. Du wirst sehen: Mit der Zeit wird es leichter. Du entwickelst Ausdauer und Lernmuskeln. Auf dem Gipfel angekommen, kannst Du wahrhaft stolz auf Dich sein.

Triff Dich im Team

Versuche, Dich zu vernetzen. Mit Lernpartnern zusammen gewinnst Du eventuell eine andere Sicht. Auf jeden Fall sprecht Ihr gemeinsam über das Thema, findet Worte und beschäftigt Euch intensiv mit dem Fach. All das signalisiert dem Gehirn: Wichtig! Das Darüber-Sprechen unterstützt Dein Lernen.

Ich wünsche Dir viel Erfolg! Noch mehr Tipps für erfolgreiches und zielgerichtetes Lernen findest Du in meinem Examens-Erfolgs-Programm.

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