30. März 2019

Plane Pausen ein, wenn Du schneller Lernen willst

Weshalb Pausen ebenso wichtig sind wie das Lernen selbst

Schon seit zwei Stunden sitzt Du an einem wirklich harten Brocken. Nach und nach schwindet Deine Energie. Du merkst: Eigentlich möchtest Du eine Pause machen. Gibst Du dem Impuls nach – oder hältst Du durch? Du bist gerade so gut im Thema.

Beim Lernen gilt: Mehr hilft nicht mehr

Gehirnexperten sind sich in dieser Frage einig: Pausen sind die bessere Wahl. Wenn Du über lange Zeit hinweg lernst, überlagern sich die Informationen. Das Gehirn kann sie nicht mehr speichern. Die Erinnerungsleistung geht zurück.

Mit einer Pause gibst Du dem Gehirn Zeit, die Informationen zu verarbeiten. Bedenke dabei: Während Du von Deinem Schreibtisch aufstehst, macht Dein Gehirn weiter. Ein schlechtes Gewissen brauchst Du wirklich nicht zu haben.

Noch einen weiteren spannenden Effekt machst Du Dir mit einer Pause zunutze: Die letzte Information bleibt hängen. Fachleute sprechen vom Nachhall- oder Recency-Effekt. Nach der Pause, wenn Du wieder frisch im Kopf bist, ist der erste Eindruck besonders stark.

Von Vorträgen und Präsentationen kennst Du das bereits: Der Anfang und das Ende zählen am meisten. Beide bleiben im Gedächtnis des Publikums am stärksten haften. Mit Deiner Pausen-Planung kannst Du diesen Effekt steuern.

Pausen erlauben optimale Ergebnisse beim Lernen

Welcher Pausen- und Arbeitsrhythmus ist nun der beste?

Lege nach 45 Minuten eine kleine Pause von 2 bis 5 Minuten ein.

Schließe die Augen. Schau aus dem Fenster. Mach Dir einen Kaffee oder laufe ein bisschen herum.

Nur eines ist tabu: Dein Smartphone. Jede Nachricht, jedes Post, jedes Telefonat drängt sich mit neuen Informationen in Deinen Kopf. Der Lern- und Verarbeitungseffekt wäre dahin.

Nach 90 bis 120 Minuten ist es Zeit für eine Pause von 15 bis 30 Minuten.

Am besten suchst Du Dir etwas, das Dich in Bewegung bringt: Räume die Wohnung auf. Lege die Wäsche zusammen. Mach ein paar Yoga-Übungen. Gut sind alle Tätigkeiten, bei denen Du Deine Hände gebrauchst. Die Koordination Deiner Hände steigert die Vernetzung in Deinem Kopf.

Plane für die Mittagspause eine Stunde ein und eine Stunde am Abend. Danach kannst Du noch einmal etwas wiederholen.

Der Pausenplan erinnert Dich vielleicht an die Schule. Und richtig: Die 45-Minuten-Taktung ist kein Zufall. Sie hat ihren Sinn.

Unterscheide Auswendiglernen von inhaltlicher Arbeit

Der ideale Lerntag ist bestimmt von Deinen Lerninhalten und Deiner Tagesverfassung.

Wenn Auswendiglernen auf Deinem Plan steht, solltest Du die Pausenfrequenz erhöhen. 20 minütige Lernphasen sind ein guter Richtwert.

Für Zusammenhänge sind 90 Minuten ein gutes Maß. Versuche dazu, Deinen Stoff in 90-Minuten-Happen aufzuteilen.

Achte auf die Signale Deines Körpers

Zu sehr mit der Stoppuhr zu arbeiten, empfiehlt sich allerdings nicht. Wenn Du anfängst, zu gähnen. Wenn Du Hunger bekommst oder mit den Gedanken abschweifst, gibt Dir Dein Körper von sich aus ein Zeichen.

Gegen eine allzu militärische Interpretation meiner Pausenempfehlung spricht außerdem, dass Menschen natürlichen Leistungsschwankungen unterworfen sind. Nach Tagen, in denen Du spürbare Fortschritte machst, folgen Tage, in denen Du auf der Stelle zu treten scheinst.

Lass Dich von solchen Schwankungen nicht verrückt machen. Auf Gehirnebene bedeutet Lernen, Nervenverbindungen zu knüpfen. Das braucht seine Zeit. Während Du das Gefühl hast, für nichts auf der Welt voranzukommen, leistet Dein Gehirn harte Arbeit.

Eines Morgens stehst Du auf und der Lernstoff liegt klar vor Dir. Dein Gehirn hat die Umbauarbeiten abgeschlossen. Es ist jetzt wieder offen für Neues. Für Dich ist der Knoten geplatzt.

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