Selbstcoaching Kapitel: Kostenlos

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Katrin Müller-Hohenstein, Moderatorin »Das Aktuelle Sportstudio« ZDF; Moderatorin von Länderspielübertragungen im ZDF mit Oliver Kahn.

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Fotos Viola Schütz

»Was so locker aussieht, ist ein richtiger Knochenjob!«

Was sind das für Momente, in denen Sie Höchstleistungen abrufen müssen?

Es ist immer dann, wenn das Rotlicht angeht und die Kamera läuft. Besonders natürlich bei sportlichen Highlights wie Olympischen Spielen, Weltmeisterschaften oder, wie jetzt gerade, bei der Frauen-Fußball-WM. Ich weiß, dass ich dabei beobachtet werde – und natürlich auch ein Urteil über mich gefällt wird.

Spielt die hohe öffentliche Aufmerksamkeit eine Rolle?

Die Aufmerksamkeit ist sehr abstrakt, denn die Aufnahmesituation vor der Ka- mera ist immer gleich, egal, ob 500 zuschauen oder 10 Millionen. Aber ich weiß natürlich: Eine ZDF-Sportstudio-Sendung sehen zwischen 1 und 3,5 Millionen Zuschauer, bei einem Länderspiel können es durchaus 10 Millionen und mehr werden.

Wenn das Rotlicht angeht, gibt es da besonders kritische Momente?

Wenn ich die ersten drei Sätze hinter mir habe, dann ist alles gut! Mein großes Glück ist: Ich neige bei Nervosität nicht dazu auszuflippen, sondern werde dann immer ganz ruhig. Gerade beim Fernsehen ist es so, dass einem fünf Minuten vor Sendebeginn noch gefühlte 5.000 Menschen etwas zurufen und auf einen einstür- men. Aber ich bin dann schon so in einem Tunnel drin und konzentriere mich der- maßen auf die Sache, dass ich das Drumherum zwar noch aufnehme, aber es nicht weiter verarbeiten muss. Das Unwichtige prallt ab, ich werde dann ganz ruhig.

Aber etwas Wichtiges würden Sie mitbekommen?

Auf jeden Fall. Ich bin ja mit der Regie verkabelt und bekomme wichtige News aufs Ohr, die ich in dem Moment berichten muss. Viele Übertragungen kann man nicht planen, die ergeben sich halt einfach. Ich muss Dinge kommentieren, die ich so gar nicht erwartet habe. Und wenn dann jemand aus der Regie auf mein Ohr schreit: »Hier und da, und wir zeigen dir gleich …«, dann muss ich die Info natürlich spontan umsetzen können.

Und wie häufig bekommen Sie in einer Sportstudio-Sendung Anweisungen über das Ohr?

Ständig. Besonders die Zeitabläufe sind sehr genau durchgeplant. Ich bekomme dann Infos, wann ich zum Beispiel mit einem Studiogast zum Ende kommen soll und Reminder, was als Nächstes dran kommt.

Ihre große Stärke ist, dass Sie ruhig bleiben …

Bei der Sportstudio-Sendung am Samstag ist es häufig so, dass ich dastehe und denke: »Gleich geht es los, eigentlich müsstest du aufgeregt sein«. Und während ich das denke, ist der Vorspann schon durch und dann habe ich gar keine Zeit mehr, mir solche Gedanken zu machen. Es macht mir offensichtlich nicht viel aus.

Und wie war die allererste Sendung?

Die hat in einem Paralleluniversum stattgefunden. Das war so, als wenn ich mir dabei zuschaue, wie ich es mache. Der Druck damals war schon enorm. Mir war natürlich bewusst, dass viele nur darauf warteten, dass ich einen richtigen Bock schieße. Wenn ich daran zurückdenke, kann ich gar nicht glauben, wie cool ich damals war. Es hätte ja auch viel schiefgehen können.

Wie haben Sie sich auf diese enorme Herausforderung der ersten Sendung vor- bereitet?

Gar nicht! Und auch mein Arbeitsgeber hat mich nicht vorbereitet. Aber ich hatte zum großen Glück einen Chef, der 1.000-prozentig an mich glaubte. Es ist gut gegangen, aber es hätte auch anders laufen können. Es gibt viele nette Kollegen, aber es gibt auch viele, die einem nicht das Schwarze unter dem Fingernagel gönnen. Die Sport-Medienszene ist ein Haifischbecken.

Ist das im Fußball besonders schlimm?

Allerdings! Häufig wird meine Tätigkeit sehr romantisch gesehen: »Oh, das ist ja toll, was Sie machen.« Aber die wenigsten wissen, dass dieser Job eine Heidenar- beit ist.

Ich habe mich viel damit beschäftigt, was die Motivation von Menschen ist. Und Neid ist bei vielen ein starkes Motiv – Neid auf einen vermeintlichen Traumjob. Es sieht immer so locker und flockig aus, und einige denken sicherlich: »Das könnte ich auch.« Aber beim ersten Satz vor der Kamera wäre das Experiment bei den meisten schon beendet. Was ich mache, ist ein richtiger Knochenjob!

Hilft Ihnen da Ihre Lockerheit?

Mein großer Vorteil: Ich bin an vieles im Leben sehr unbekümmert herangegan- gen. Und das war gut so, denn sonst hätte ich es wahrscheinlich gar nicht angepackt. Wenn ich mir einmal gesagt habe: Ich mach das, dann mach ich das auch – und den Rest sehen wir später! Das ist auch heute noch meine Lebenseinstellung. Ich finde es auch nicht so schlimm, wenn man mal scheitert. Es bringt einen im Leben weiter.

Wie gehen Sie mit Niederlagen um?

Berufliches Scheitern kenne ich bisher nicht, aber sehr wohl Selbstzweifel. Es gibt kaum eine Sendung, nach der ich sage: Jetzt bin ich so richtig zufrieden. Es gibt wenige Ausnahmen: Neulich war Formel-1-Pilot Nico Rosberg bei mir in der Sendung. Aus irgendeinem Grund kann ich mit Formel-1-Fahrern besonders gut. Die Sendung fand ich wirklich super. Aber sonst bin ich eigentlich selten zufrieden mit mir.

Warum?

Ich höre manchmal, ich sei zu nett zu den Gästen und zu wenig distanziert. Aber für mich ist ein Interview nicht dann gelungen, wenn ich den Gast so richtig an die Wand gestellt habe. Für mich ist es dann gut, wenn wir uns auf Augenhöhe begeg- nen und der Gast Lust hat etwas zu erzählen. Und das erreichen Sie nur, wenn Sie Ihrem Gegenüber mit Respekt begegnen. In meiner Arbeit ist mir der Respekt das Allerwichtigste! Die kritischen Fragen stelle ich schon auch!

Hängen Ihnen Rückschläge lange nach?

Rückschläge kann ich relativ gut abhaken. Ich sage mir: Das mache ich nächstes Mal besser und weiter geht’s. Wirkliche Niederlagen habe ich noch nicht erlebt, die einzige war, dass meine Ehe gescheitert ist. Das finde ich nach wie vor traurig. Aber generell gilt: abhaken und fertig. Ich brauche im Leben diese Klarheit. Grauzonen sind nicht mein Ding.

Wie bereiten Sie sich auf Höchstleistungen vor?

Der Schlüssel für Höchstleistungen ist, dass ich mich extrem gut vorbereite. Ich brauche vor der Sendung das Gefühl: Ich habe alles getan! Dann läuft es meistens auch gut. Kürzlich hatte ich einen interessanten Traum: Ich saß neben Claus Kleber im Heute-Journal-Studio und sollte den Nachrichtenblock sprechen. Vor mir lagen aber nur Werbeprospekte. Und ich dachte voller Panik: Wie soll das bloß gut gehen? Sie sehen, selbst im Traum ist mir eine gute Vorbereitung wichtig. Vor je- der Sendung bekomme ich locker 200 Seiten Recherchematerial, aus denen muss ich dann das wirklich Relevante rausfiltern. Das ist sehr viel Arbeit.

Was sind Ihre Stärken?

Ich kann mich gut konzentrieren und mache Sachen gerne hundertprozentig – auch in der Freizeit: In Filme tauche ich manchmal so tief ein, dass ich um mich herum im Kino eigentlich nichts mehr wahrnehme. Wenn dann jemand neben mir anfangen würde, irgendwelche Geschichten zu erzählen, fände ich das ganz furchtbar. Deshalb gehe ich am liebsten allein ins Kino. Die Konzentrationsfähig- keit hilft mir natürlich im Job: Wenn ich bei einer Anmoderation mit meinen Gedanken wirklich hundertprozentig dabei bin, geht selten etwas schief. Wenn ich nur einmal gedanklich abschweife, dann bin ich raus.

Haben Sie schon einmal einen totalen Blackout erlebt?

Das war an einem Wintersportwochenende, es ging um Claudia Pechstein. Da war irgendetwas neben der Kamera, ich habe mich davon ablenken lassen und war so- fort raus. Ich arbeite grundsätzlich nicht mit Telepromter, wo ich ablesen könn- te. Zum Glück fand ich rasch die Aufzeichnungen mit meinen Texten. Ich schaute kurz drauf – und schon ging es weiter. Das hat vermutlich gar keiner gemerkt.

Haben Sie ein Ritual, um sich auf Drucksituationen vorzubereiten?

Im Sportstudio haben wir Studiogäste. Viele Shows arbeiten mit professionellen Einheizern, aber ich gehe immer selber raus und rede mit dem Publikum. Dadurch stelle ich schon einen Kontakt her. Das macht mich locker. Das ist mein Warm-up.

Haben Sie ein Motto?

Ich versuche den maximalen Spaß aus einer Sache zu ziehen. Ich denke immer, wenn es mir Spaß macht, dann wird es auch den Gästen und Zuschauern gefal- len. Ich kann daher auch nur Aufgaben übernehmen, die mich persönlich interessieren.

Haben Sie Ziele, machen Sie sich einen schriftlichen Plan?

Nein! Mich fragte mal der Manager von Olli Kahn: »Was willst du denn als Nächs- tes machen, wo willst du denn hin?« Ich sage ihm: »Keine Ahnung!« Mein gan- zes Leben war bisher das Ergebnis von irgendwelchen Zufällen. Ich habe nie etwas geplant. Das, was ich gerade tue, mache ich immer gerne. Wenn sich dann eine neue Tür öffnet, ist das nie eine Tür, die ich gesucht habe. Es hat sich immer so ergeben. Ich habe da ein gesundes Urvertrauen. Ich lasse alles auf mich zukommen, und wenn ich an eine Gabelung komme, entscheide ich in dem Moment, was mir gerade besser erscheint.

Machen Sie selbst eigentlich Sport?

Ich laufe jeden Tag mit meinem Hund etwa eine Stunde durch den Englischen Garten.

… auch leistungsorientiert?

Mich hat mal jemand gefragt, warum ich nicht Marathon laufe. Ich glaube, dass ich das mit dem entsprechenden Training auch schaffen würde. Aber ich weiß auch, dass ich ungefähr ab Kilometer 23 überhaupt keine Lust mehr hätte und zum Bei- spiel lieber ins Kino gehen würde. Ich glaube, ich habe eigentlich überhaupt keinen Ehrgeiz! Mir ist wichtig, dass ich mich dabei wohlfühle.

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