10. März 2018

Lernplan gegen den Stress im Examen

Lernplan gegen den Stress vor dem Examen

Mit einem Lernplan hältst Du den Examensstress in Schach

Kandidaten für das Wirtschaftsprüfer- oder Steuerberater-Examen bereiten sich 6-12 Monate auf ihr Examen vor. Zu Beginn lernen sie neben der Arbeit. Erst später stellt sie der Arbeitgeber frei, so dass sie sich auf das Lernen konzentrieren können. Aber auch für alle anderen Uni-Examen oder Prüfungen lernen Kandidaten viele Monate.

Genug ist genug

Sprechen wir hier über die Phase des reinen Lernens. Auch wenn Du es gewohnt bist, viele Stunden zu arbeiten: Versuche nicht, die langen Arbeitszeiten auf die Vorbereitung für Dein Examen zu übertragen.

Aus meinen Examens-Coachings weiß ich: Anfangs fühlt es sich merkwürdig für Dich an, wo doch die Durchfallquoten so hoch sind und Deine Kollegen so viel fleißiger als Du. Doch effektives Lernen ist reine Konzentrationsarbeit und mit den vielfältigen Aufgaben eines normalen Arbeitstags nicht zu vergleichen.

Sechs Stunden sind genug. Danach ist Zeit für Sport und Entspannung. Übrigens: Dein Kopf lernt fleißig weiter. Er braucht die freie Zeit, um das neu erworbene Wissen zu verarbeiten und einzuordnen. Leistung braucht Balance.

Deine Motivation schützen

Ein Lernplan wirkt sehr motivierend, wenn die Arbeitspakete gut gepackt sind. Falls Du Dir jedoch zu viel vornimmst und ständig Deinem Plan hinterherhinkst, schlägt die Wirkung ins Gegenteil um: Der Lernplan setzt Dich weiter unter Druck.

Am besten probierst Du aus, was Du schaffen kannst und entwickelst Deinen Plan entlang Deiner persönlichen Kapazitäten. Lass Dich nicht von vorgeblichen Cracks irritieren, die angeblich in der Hälfte der Zeit fertig werden. Viel von dem, was geredet wird, stimmt ohnehin nicht. Was zählt, ist Dein Lernvermögen und Dein Tempo. Es ist Dein Examen.

Inhalte priorisieren: Muss und Kann

Wenn Du einfach mal so anfängst, wirst Du Dich schnell verlaufen. Du siehst den Wald vor lauter Gesetzen, Kommentaren und Fällen nicht mehr und fragst Dich, wie Du das alles schaffen sollst.

Damit lenkst Du Deinen Fokus jedoch in die falsche Richtung. Die Frage sollte vielmehr lauten: Was musst Du unbedingt können und was kann in die zweite Reihe?

Angesichts der Fülle des Stoffes und der sich ändernden Anforderungen in den Examina, ist die Auswahl schwierig. Aus gutem Grund entscheiden sich die meisten Kandidaten für einen Vorbereitungskurs auf ihr Wirtschaftsprüfer- oder Steuerberater-Examen. Für die Auswahl der richtigen Schwerpunkte bekommen sie dort Unterstützung.

Unterscheide außerdem zwischen Inhalten, die sich bis zu Deinem Examen ändern können, und solchen, die fix sind. Beginne mit den Evergreens.

Vergessen und Wiederholen

Schon vor 150 Jahren hat Hermann Ebbinghaus über das Lernen und Vergessen geforscht. Nach seinen Studien verläuft die Vergessenskurve etwa so:

  • Nach 20 Minuten haben wir noch 60 Prozent des Gelernten im Gedächtnis.
  • Nach 60 Minuten noch 45 Prozent.
  • Nach 24 Stunden noch 34 Prozent.
  • Nach 6 Tagen noch 23 Prozent.
  • Dauerhaft noch 15 Prozent.

Ohne Wiederholung geht also nichts. Bedenke deshalb auch die Wiederholungszeit in Deinem Lernplan.

Wenn Du Dich in ein neues Thema einarbeitest, wirst Du sicher damit beginnen, Dir einen Überblick zu verschaffen und die wichtigsten Begriffe und Definitionen zu lernen. Sehr bald schon solltest Du aber Deinen Lernstil ändern – weg vom Auswendiglernen hin zur Anwendung.

Die Anwendung fordert sehr viel mehr an Auseinandersetzung mit dem Thema als das Auswendiglernen. Sie gräbt sich deshalb tiefer in Dein Gedächtnis ein. Testfälle sind deshalb Deine Freunde: Hier übst Du, die Probleme zu lösen und Verknüpfungen zu finden.

Gut ist auch ein Lernpartner: Er kann Dich abhören. Was Du klar und flüssig formulieren kannst, hast Du verstanden. Das sitzt.

Die drei wichtigsten Vorteile eines Lernplans

Meine Empfehlung lautet deshalb: Stelle Dir einen Lern- und Arbeitsplan zusammen und halte Dich strikt daran.

  • Dann kannst Du sicher sein, dass Du an alles Wichtige denkst.
  • Du gewinnst an Selbstbewusstsein, weil Du Dir Deine eigene Konsequenz vor Augen hältst.
  • Du weißt, wann Du für den Tag genug getan hast.

Mit einem guten Lernplan bleibst Du in Balance: Er sollte Dich fordern, aber nicht überfordern – denn nur dann bleibst Du auf Dauer am Ball. Ein guter Lernplan ist gut für Deine Motivation.

Das Schlimmste, was Dir passieren kann, ist: morgens keinen Anfang finden und abends nicht zum Ende kommen – weil Du ja den Morgen nacharbeiten musst. So öffnest Du dem Stress vor Deinem Examen Tür und Tor.

Mehr Tipps für Deinen Examens-Erfolg findest Du im Klimmer E/C/P Examens-Coaching-Programm.

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